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Namibia
Der Flug nach Windhoek
Besorgungen in Windhoek
Aklimatisierung am Waterberg
Fahrt ins Buschmannland
Tsumkwe und Nyae Nyae
Kaudom Game Park
Erholung am Okavango
Mahango Game Park
Rundu und Veterinärzaun
Etosha Natonal Park
Fahrt durchs Ovamboland
Kunene River
D3700 / D3701
Epupa Falls
Van Zyl's Pass und Marienflusstal
Red Drum, Orange Drum, Green Drum
Khumib und Hoarusib
Hoarusib und Hoanib
Hoanib und Sesfontein
Huab und Ugab
Atlantik, Cape Cross
Swakopmund
Walvis Bay, Dolphin Cruise
Namib Naukluft Park
Sossusvlei
Windhoek











  

Reisebericht

D3700 D3701

Die D3700 führt immer entlag des Kunene Rivers bis zu den Epupa Falls. Die Strecke ist nicht besonders lang, gilt aber als besonders schwierig. Auf der Namibia-Straßenkarte ist sie wie andere D-Pads auch eingezeichnet. Ohne einen geländegängen 4x4 mit großer Bodenfreiheit ist diese Strecke aber nicht zu bewältigen. Eigentlich erinnert das Pad weniger an eine Straße, als vielmehr an einen Trampelpfad. Dass das ein offizieller Pad sein soll ist teilweise nicht ersichtlich. Manche Streckenabschnitte haben starke Steigungen oder Gefällstrecken. Durch Erosion haben sich stellenweise tiefe Wasserrinnen gebildet. Steintreppen aus fussballgroßen Flusssteinen müssen im Low-Four mit minimaler Geschwindigkeit erklommen werden.

Wenn man vorsichtig und umsichtig fährt, dann wäre aber auch dieser Streckenabschnitt ohne Probleme zu bewältigen gewesen. Leider hatten wir Pech und eines unserer Fahrzeuge hat an dieser Stelle kapituliert. Irgendein Bauteil im hinteren Antriebsstrang, wahrscheinlich das Differenzial ist wohl gebrochen. Bei jeder Achsumdrehung tat es einen Riesenschlag, dass man Angst haben müsste dass gleich gar kein Vorankommen mehr möglich wäre. Ein gutes Drittel der Strecke nach Epupa Falls hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon bewältigt. Das frühzeitige Aus an diesem Tag hat die Stimmung im abendlichen Camp spürbar gedrückt - aber wir waren zuversichtlich, dass uns unser Autovermieter Budget schnell und unkompliziert helfen würde. In der Erwartung, dass gleich ein Ersatzfahrzeug zu uns geschickt würde haben wir mit dem Satellitentelefon bei der Notfall-Nummer angerufen. Wir bekamen die Auskunft, dass (um kurz vor 18 Uhr) leider kein Fahrer mehr verfügbar sei. Man versprach uns aber dass gleich morgen früh jemand mit einem Ersatzfahrzeug zu uns aufmachen würde und das man uns informiert hält. Als Treffpunkt haben wir die Abzweigung der D3700 auf die D3701 ausgemacht. Bis dorthin wollten wir noch versuchen am nächsten Morgen aus eigener Kraft zurückzukommen. Abschleppen auf diesen schlechten Pisten erwies sich als äusserst schwierig bzw. unmöglich. So haben wir das Auto mit langsamer Fahrt aus eigener Kraft zurück bewegt - und es hat zum Glück durchgehalten.

Am vereinbarten Treffpunkt war nun Warten angesagt. Dieser Punkt war geschätzte 900km von Windhoek entfernt und über teilweise asphaltierte und den Rest gut ausgebaute Schotterpads gut zu erreichen. Wir rechneten also mit dem Ersatzfahrzeug in den frühen Abendstunden.
Die Wartezeit war eine Qual. Schatten spendete uns ein kleiner knorriger Baum am Strassenrand. Hunderte von Fliegen haben uns gepiesackt. Aus Langeweile haben wir Verkehrszählungen gemacht. Die Bilanz des Tages: 5 Geländewägen mit vorwiegend aus Südafrika stammenden Touristen, ein einheimisches Sammeltaxi, eine Riesenherde Ziegen, die morgens in die eine und abends zurück in die andere Richtung marschierten, begleitet von zwei Himba-Jungs die Ihre Herde weiterziehen liessen und wie angewurzelt für mehrere Minuten stehen blieben und uns musterten.

Da sich die Budget-Servicestelle leider nicht bei uns gemeldet hat, haben wir nochmal angerufen. Wir bekamen die Auskunft der Fahrer sei unterwegs - er sei auf Höhe von Kamanjab. Auf die Frage, warum man sich nicht mehr bei uns gemeldet habe, hiess es man könne keine Verbindungen zu Satellitentelefonen herstellen. Und das in einem Land, in dem die Netzabdeckung mit Handy nur sehr eingeschränkt möglich ist. Zähneknirschend müssen wir hinnehmen, dass wir wohl noch eine Nacht an unserem unfreiwilligen Standort bleiben müssen. Spätestens morgen vormittag müsste der Fahrer mit dem Ersatzfahrzeug dann wohl bei uns eintreffen. Leider verstreichen die Stunden am Folgetag wieder und nichts passiert, ausser dass die Stimmung in der Gruppe spürbar schlechter wird und die Wut auf Budget immer größer. Alex schafft es zu allem Überfluss noch sich an einem abgebrochenen Ast des Schattenbaums eine Platzwunde am Kopf zuzuziehen.

In dieser doch etwas hilflosen Situation gehen einem diverse Fragen durch den Kopf: Was würde man eigentlich tun wenn man mit dem eigenen Geländewagen an dieser Stelle eine Panne hätte? Ersatzteile Versand wie zu Hause gibt es hier wohl nicht. Und auch die nächste qualifizierte Werkstatt ist mehrere hundert Kilometer entfernt. So gesehen hat man es als Mietwagenkunde doch eigentlich ganz einfach...

Es ist bereits wieder später Nachmittag als unser Ersatzfahrzeug endlich ankommt. Es sind zwei Männer an Bord. Sie haben ein Zelt und das Nötigste für sich dabei. Im Kofferraum haben sie ein riesiges Fass mit Benzin dabei. Der eine macht sich sofort daran die hinteren Antriebssttrang ausseinanderzunehmen. Offenbar planen die beiden mit Frontantrieb zurück nach Windhoek zu fahren. Bei der uns noch bevorstehenden Route wäre das keine Alternative für uns gewesen. Leider ist das Ersatzfahrzeug nicht mit einer zweiten Autobatterie für den Kühlschrank ausgestattet. Von nun an stehen uns also nur noch zwei Kühlschränke zur Verfügung.
Das Fahrzeug wird aus dem Fass nochmal vollgetankt und unsere Reise kann mit einer Verzögerung von eineinhalb Tagen weitergehen. Da es schon spät ist erreichen wir über die etwas längere aber besser ausgebaute Strecke unser Ziel Epupa Falls. Als wir ankommen ist es leider schon dunkel.

Als Fazit zu diesem Zwischenfall bleibt zu sagen: Dass ein Fahrzeug einen technischen Defekt hat kann immer mal Vorkommen. Darauf sollte man vorbereitet sein. Leider ist man in dieser Situation voll und ganz abhängig vom Schadensservice seines Mietwagenverleihers. Sehr enttäuschend war der Schadensservice von Budget. Nachfragen, wo unser Ersatzfahrzeug bleibt und wann es bei uns eintreffen würde konnten nicht beantwortet werden. Hätte man uns gleich einen realistischen Termin genannt, wann das Fahrzeug bei uns eintrifft, so hätten wir die Wartezeit bis dahin ganz anders überbrücken können. Stattdessen hat uns ide Hotline mit Halbwahrheiten oder falschen Informationen versorgt. Ganz ehrlich: Wenn sich zwei Fahrer am nächsten Tag morgens um 8:00 Uhr ins Fahrzeug gesetzt hätten, dann hätten sie spätestens um 18:00 Uhr bei uns sein müssen. Wir haben so eineinhalb Tage verloren und mehr als 70 Euro Telefonkosten mit dem Satellitentelefon gehabt. Zu allem Überfluss wurde uns nach Ende der Reise auch noch vorgeworfen wir hätten einen Unfall mit dem Auto gehabt und hätten dies nicht angegeben. Irgendeine Form der Entschuldigung hat es nicht gegeben.




  





Blick auf den Kunene River

Steiler, steiniger Anstieg

Langsame Fahrt über große Steine

Rinder Zählung

Bedrückte Stimmung

Himba Hirtenkinder mit Esel

Betankung des Ersatzfahrzeuges

  




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